Über die Vagabunden-       Jungenschaft: 
Von jungen Leuten. Für junge Leute. Jugendbewegung, die wir selbst gestalten.

Motto:

"Wir spielen nicht das Abenteuer, wir spielen nicht Jack London oder Old Firehand, wir leben Beide. In dieser Ausschließlichkeit liegt das Geheimnis unserer Fahrten, die darum unnachahmbar bleiben(..)"

Fritz-Martin Schulz, genannt FM

Dabei sein?

Für die nächste Generation von Entdeckern

Kurzportrait: 

Unsere Idee: Wir sind nicht nur unterwegs. Wir sind auf Fahrt. Das heißt: Einfach leben, gemeinsam tragen, sich selbst entdecken.
Keine App ersetzt das Gespräch am Feuer. Kein Zeltaufbau geht allein. Als Vagabunden sind wir eine Organisation geschaffen von jungen Leuten für junge Leute, die zum einen Abenteuer erleben, zum anderen Verantwortung für eine Gemeinschaft übernehmen. Wir gestalten unser Leben im Sinne der jugendbewegten Meißnerformel, frei und selbstbestimmt, und legen dabei insbesondere Wert auf neue Formen und Wege, losgelöst von der Bevormundung der "Alten". 

Was wir wollen: Die Frage nach der Absicht und den Zielen ist die häufigste, die wir hören. Wir können sie nicht beantworten, da wir als Gemeinschaft zu individuell sind, um ein Einheitliches Wollen zu entwickeln. Fakt ist: Wir kennen keine festgelegten Ziele und kein schriftliches Programm. Und das ist auch gut so. Bei uns kommen junge Menschen zusammen, die mehr vom Leben wollen, die echte Erlebnisse und Freundschaften suchen, die tatsächliche Resonanz am Lagerfeuer oder beim Schwitzen in den Bergen der künstlichen Resonanz der digitalen Welt vorziehen. In dieser Suche nach dem „Mehr“ finden sie sich in Gruppen zusammen und bereisen die Welt. Hierin werden die Gruppen zu Sinnprovinzen und sind durchaus unterschiedlich. Die Idee zum Tun, wächst aus den jungen Leuten und ihren Interessen und die wandeln sich bekanntermaßen. Damit ist als Programmatik für uns nur definierbar, was Werner Hellwig in einem Lied so treffend formulierte: „Sprung auf und in das Leben.“ 

Unsere Form: Die Vagabundenjungenschaft ist ausdrücklich kein Verband oder Bund! Sie versteht sich als offene und wachsende Jugendbewegung, die abenteuerlustigen jungen Menschen den Freiraum für selbst organisierten Unternehmungen bietet und Erfahrungen weitergibt. Sie gliedert sich sowohl in ortsgebundene Gruppen (Horten) mit zumeist fünf bis acht Jungen als auch einen überregionalen Kreis von Vagabunden, der sich an Ferienfahrten und Aktivitäten beteiligt. Im Vagabundenrat kommen die zusammen, die unsere Gemeinschaft und ihre Aktivitäten gestalten oder mitgestalten möchten. Damit gibt es keine Führungskultur mehr, sondern eine Engagementkultur. Der Sprecher des Vagabundenrates und sein Kanzler kümmern sich um die Angelegenheiten der Geamtgemeinschaft. Das Alter der Aktiven liegt bei ca. 13-25 Lebensjahren, eine aktive Teilhabe an Leitungspositionen, ist ab dem 30. Lebensjahr nicht mehr möglich (Altersgrenze). 

Unser Zeichen: Als gemeinsames Zeichen zu unserer Gemeinschaft und unserer Idee tragen wir ein Halstuch in den Farben Grün und Silber. Grün für den Wald und die Wildnis, in der wir als Vagabunden so gerne und frei unterwegs sind und Silber als Farbe der Jungenschaft, des jugendlichen Ringens in der Welt. In unserem Zeichen finden sich ebenso diese beiden Gedanken wieder: Der Falke der Jungenschaft und der Gaunerzinken "Weg hier".

Unsere Aktivitäten:  Wanderfahrten in der Region, aber auch mit Schwerpunkt im Ausland und mit Wildniserfahrungen, Segeln, Kanufahren, Fahrradfahrten, Treffen in Form von Zeltlagern, Musisches Schaffen u.a. 

Unsere Werte: Fahrten ohne Smartphone, Einfaches Leben, Naturerfahrung, Selbstorganisation, Selbstreflexion, Freundschaft, Einsatz für die Gemeinschaft, selbstverantwortliches Jugendleben.

Politischer Standort: Wir erleben eine Gesellschaft voller politischer Gräben, die Gemeinschaften und Staat entzweien. In unserer Jungenschaft lehnen wir jegliche Form von politischer Einflussnahme ab. Wir wollen eben diese Gräben überbrücken und lernen auf unseren Fahrten den echten Menschen, ohne Instagram-Filter oder Markenkleidung, in seinen Stärken und Schwächen kennen. Daraus erwächst die Erkenntnis, dass jeder Mensch voller Schwäche ist und vielleicht kein gerechtes Urteil über andere Treffen kann, eine Toleranz, die durch das weitere Leben trägt.  Damit geben wir auf unseren Fahrten durch die Welt unpolitisch und undogmatisch den Raum zur Selbsterfahrung- und Selbsterkenntnis.

Standpunkt zur Jugendbewegung: Jugend meint im historischen Kontext der deutschen Jugendbewegung einen Abschnitt von etwa 14 bis 25. Diese Altersspanne bildete und bildet den Kern und bestimmt unser praktisches Handeln. Folgerichtig ist die innere Gestaltung an jugendliche Persönlichkeiten gebunden, da sie Zeit, Selbstwirksamkeitserwartung und Dynamik mitbringen. Jeder, der mit über 30 noch mit dem Motto: "Jugend ist so alt, wie man sich fühlt", durch die Wälder rennt, ist in seiner Entwicklung hängen geblieben und ist im besten falle peinlich, im schlimmsten führt er ideologische und persönliche Motive hinter dem Rücken mit sich, mit denen wir wöchentlich in der Presse konfrontiert werden. Hinzu kommt, dass die Qualität der Aktivitäten leidet, da die Ideale nicht mehr Orientierung sind, sondern der Lebensrealtiät angepasst werden. Das heißt in der Praxis: VW-Bus statt Trampen, Alkohol im Gasthaus statt Lagerfeuerabende, Zeltlager statt Bergbesteigung. Dies steht hier nicht als bloße Theorie, sondern ist die Entwicklung der so genannten Jugendbünde seit den 1960er Jahren bis in die Gegenwart hinein. Hinzu kommen Politisierung und der Kauf der freien Jugendbewegung durch staatliche Fördermittel, die Abhängigkeiten vom vorherrschenden Zeitgeist mit sich bringen und Einfallsreichtum ersticken. Den Deutschen wird ja zurecht oft vorgeworfen Verein und Bürokratie über zu bewerten. Wo solche Vorgänge erst einmal in Gang kommen ersticken sie jugendlichen Gestaltungswillen und Funktionärstypen, die nie einen Berg bestiegen haben, setzen sich in diesen Vorgängen als unabkömmlich fest. Um nicht mit ihrer eigenen Charakterschwäche konfrontiert zu werden, werden charakterstarke Persönlichkeiten hier nun nicht mehr gerne gesehen. Auch diese Entwicklung ist keine Theorie, sondern gängige Praxis. Folgerichtig sieht sich die Vagabundenjungenschaft als freie Jugendbewegung und nicht als Teil einer "Bündischen Szene" oder Vereinswelt. In der Gegenwart einer überalterten Gesellschaft, die jegliche Entwicklung erstickt und jungen Menschen keinen Raum zur Teilhabe oder Mitsprache lässt, sind wir für unseren freien jugendlichen Raum dankbar und füllen ihn mit Lebensfreude. Dabei bleiben wir unseren Idealen treu, die da heißen: Raus in das Abenteuer, so häufig, so einfach und so lange wie möglich. 

Religiöser Standort: Wie oben angedeutet legt die Vagabundenjungenschaft großen Wert darauf, auf Einheitlichkeit und Gruppendruck zu verzichten und Gemeinschaft als bereichernde Ergänzung zur freien Entfaltung des Individuums zu verstehen. Folglich sind einheitliche weltanschauliche Standpunkte bei uns unmöglich und wir kennen Atheisten wie Christen, Gegner wie auch Freunde der großen Kirchen. Dennoch gehen wir den Trend zum Nihilismus nicht mit und das ist keine ideologische Frage, sondern eine der frühen Erfahrung in der Welt. Wer ein Gewitter in den Bergen erlebt hat, weiß, wie klein und machtlos er ist. Wer in den Bergen auf den freundschaftlichen Zusammenhalt der Gruppe angewiesen war oder im Bergdorf von gastfreundlichen Menschen hilfsbereit begrüßt wurde, anerkennt, dass das Leben nicht allein stattfinden kann und menschliches miteinander braucht. Aus diesen Erfahrungen wächst wohlmöglich die Erkenntnis, dass es Dinge gibt, die unser irdisches Dasein und unser Ich übersteigen können. Diese Entwicklung ist kein Zwang, vielleicht auch mehr eine philosophische Frage, aber bei vielen entsteht sie nach einigen Jahren auf Fahrt, diese Beobachtung lässt sich treffen.

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